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Was war nochmal im dreißigjährigen Krieg los? Hmm der war 30 Jahre lang. Und was ist mit den Glaubenskriegen in der Zeit, den Schlachten die in ganz Deutschland tobten, der Kolonialisierung und den Nixen in der Werra. Ja echt Nixen in dem Fluss, solche die arglose Reisende angreifen und Blutzoll fordern.

In diese Zeit und Welt nimmt einem Markus Heitz in seinem neuen Buch "Die dunklen Land", erscheinen 2018 im Knaur Verlag, mit. Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Es ist ein historischer Fantasyroman der sowohl Elemente aus historischen Romanen als auch phantastische Bestandteile hat.

Inhalt:

Deutschland ist zersplittert, überall herrscht Krieg. Hunger und Elend breiten sich im Land aus. Die junge Aenlin reist aus ihrer Heimat England nach Hamburg, um dort das Erbe ihres berühmten Vaters Solomon Kane entgegenzunehmen. Allerdings läuft dies nicht so, wie erwartet, denn der Verwahrer des Erbes kann Aenlin ihr das Vermächtnis nicht übergeben. Daraufhin wird sie auf eine abenteuerliche Reise nach Bamberg geschickt um fünf Frauen nach Hamburg zubringen, und danach ihr endlich ihr ersehntes Erbe ausgehändigt zu bekommen. Sie hat keine Wahl und nimmt den Auftrag an. Aber sie muss nicht allein reisen. Zu ihrer Gruppe gehören zusätzlich zu ihrer Freundin Tamina, eine Gruppe von Söldnern und Casper von und zu dem Dorffe, einem Duelllisten. Doch ein seltsamer Pestartzt verfolgt die Gruppe, er will ihre Mission verhindern und Aenlin töten.

Meinung:

Nach dem meinen Rezensionen zu Doors, kommt jetzt meine Meinung zu „Die dunklen Lande“. Dieser Roman ist ein historischer Fantasyroman, dessen Handlung im Jahr 1692 angesiedelt ist.

Ein Punkt, der mir bei diesem Roman gleich zu Beginn besonders auffällt, ist die Hauptfigur Aenline Kane. Sie ist eine besondere Frau, dies wurde mir auch beim Lesen immer wieder bewusst. Sie ist sehr stur, stark und unbeugsam wenn auch im Gegensatz zu ihren Gefährten unerfahren und naiv. Auch die anderen Figuren haben alle sehr individuelle Charakterzüge, die sich aber leider kaum weiterentwickeln. So bleibt der böse Schurke vom Anfang immer der böse Schurke und der Held bleibt der Held mit seinem Stärken.

Kommen wir als Nächstes zur Handlung des Buches. Diese empfand ich in der ersten Hälfte des Buches sehr klar und gut strukturiert man wusste das es eine Reise mit Hürden und Aufgaben zu bewältigen gilt. Ab der zweiten Hälfte wirkt etwas chaotisch und gehetzt. Die klare Line verschwindet und es wirkt wie ein Hin und Her schupsen. Die Helden werden getrennt, finden wieder zusammen und alles geht drunter und drüber. Für mich persönlich war dies etwas zu unkoordiniert. Dem Gesamtbild schadet dies leider etwas da es mir dann schwer viel eine tiefe Bindung zu fassen und mit zu fiebern. Gerade im ersten Teil fand ich es auch sehr spannend, zu sehen, wie die Helden mit kleineren und größeren Hindernissen umgehen. Dies nimmt aber gegen Ende leider auch etwas ab. Zum Ende muss ich, aber auch noch gestehen ich mochte es nicht, da es etwas zu verwirrend und erzwungen wirkte. Die zusätzlich eingeführten Gegenspieler waren mir zu platt und ich konnte leider kein Verständnis für sie entwickeln sie aber auch nicht hassen. Ich hatte eine gewisse Gleichgültigkeit ihnen gegenüber. Da ich tiefgründige Schurken sehr schätze, verliert dieses Buch bei mir etwas an Empfehlungswert. Ich würde das Buch dennoch Empfehlen wenn man Markus Heitz und Fantasy Fan ist, aber mal keine Reihe, sondern einen Einzelband lesen möchte.

Der Schreibstil ist typisch Markus Heitz, humorig, dunkel und mit dem gewissen Schuss Sarkasmus. Ich mag diese Art des Schreibens und lese immer wieder gerne Bücher von ihm. Es ist sehr unterhaltsam und macht Spaß zu lesen.

Als Fazit zu meinem ersten historischen Fantasyroman muss ich sagen, dass mich die Namen von bekannten Städten und Flüssen gerade am Anfang etwas heraus gerissen haben, da ich es gewohnt bin Highfantasy zu lesen und dort, ich mir selbst meine Bilder im Kopf erstellen, ohne reale Vorbilder für Orte zu haben. Dies verflog dann aber doch recht schnell. Ich bin positiv überrascht und würde auch gerne mehr in diese Richtung lesen auch wenn das Ende dieses Buches nicht meinem Geschmack entsprochen hat, waren die Figuren witzig und der Schreibstil großartig.

Ich habe Markus Heitz auch unter anderem, während des Seraph Leseabends getroffen. Meinen Erfahrungsbericht findet ihr hier

Autor:

Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Er schrieb über 40 Romane und wurde etliche Male ausgezeichnet. Mit der Bestsellerserie um "Die Zwerge" gelang dem Saarländer der nationale und internationale Durchbruch. Dazu kamen erfolgreiche Thriller um Wandelwesen, Vampire, Seelenwanderer und andere düstere Gestalten der Urban Fantasy und Phantastik. Die Ideen gehen ihm noch lange nicht aus.

Buchinfos:

Titel: Die dunkeln Lande
Autor: Heitz, Markus
Verlag: Droemer Knaur2019
Sprache: Deutsch
Format: Taschenbuch, 560 Seiten
ISBN-13: 978-3-4262-2676-6


© Cover und Biografie Knaur Verlag /© Autorenfoto Stefan Freund

Heute stelle ich euch Lost Souls einen Horror-Thriller von Thomas Finn vor. Ich war zusammen mit Schlaubibasti auf der Lesung von Thomas Finn beim Elbenwaldfestival. Dort wurden wir beide von der Story angesprochen und wir haben kurzerhand beschlossen das Buch zukaufen.

Inhalt:

Jessika Raapke, eine Archäologin, zieht zusammen mit ihrer Adoptivtochter Leonie aus beruflichen gründen in die Nähe der Rattenfänger Stadt Hameln. Seltsame Ereignisse nehmen ihren Lauf und sie werden immer wieder mit der Rattenfängersage konfrontiert, so verhält sich Leonies Ratte als sie in das Rattenfänger Haus ziehen ganz seltsam und verschwindet. Auch Jessika stößt bei ihrer Arbeit in einer alten Kirche auf die Sage in Form eines Wandgemäldes und einer seltsamen Figur mit ihren eigenen Gesichtszügen. Doch das ist nicht das einzig merk würdige kurz, bevor Jessika eintrifft, ist dort bereits ein Mann gestorben; er wurde brutal von Ratten zerfleischt. Und es werden noch mehr Menschen sterben.

Meinung:

Zuerst ein paar Worte zu meinen Erwartungen an das Buch, ich hoffte auf einen spannenden, grusligen, düsteren Thriller, der sich mit der berühmten und interessanten Rattenfängersage beschäftigt. Ich mag das Grundkonzept sehr, diese märchenhaften beziehungsweise sagenhaften Elemente geben eine bestimmte Richtung vor.
Die Charaktere sind leider etwas eindimensional, da sie wenig Konflikte außerhalb der des Rattenpolts haben. Jessika wirkt manchmal etwas erzwungen, allerdings ist ihre verkopfte Art zusammen mit Peter Rattings praktischer Art, auf Grund der Verschiedenheit wieder faszinierend. Peter, der Kammerjäger, entwickelt sich während der Geschichte weiter und ist auch mein persönlicher Lieblingscharakter in diesem Buch, da er irgendwie neben diesen Plot steht und aus eigen Antrieb handelt. Nun zu Leonie, ein Teenager ist meist in solchen Geschichten schwierig und diesmal ist leider wieder so. Ich habe mich leider öfter gefragt, warum sie so für mich unlogisch handelt. Sie wirkte leider auf mich auch nicht sympatisch, weshalb es schwer ist tiefes Mitgefühl nach dem Tod ihrer Mutter für sie zu entwickeln und mit ihr zu leiden.
Ein großer Pluspunkt sind die ruhigen Szenen in denen auf den historischen Hintergrund der Sage und der Stadt sehr genau und anschaulich eingegangen wird. Sie sind in einem sehr angenehmen Tempo, um den Leser die Ausgangspunkte darzulegen auf denen aufgebaut wird. Allerdings waren mir die Actionszenen in manchen Punkten zu übertrieben bis auf die eine unter der Fabrik. In diesem Fall haben sie für mich so gehandelt, dass mir es flau im Magen wurde und es auch mal direkte für den Leser sichtbare Auswirkungen gab.
Besonder Probleme hat ich persönlich mit dem Buch aber erst nach dem ersten Höhepunkt, dort wurde für mich ein gutes Tempo erreicht und viel Spannung aufgebaut die dann sehr schnell nachlässt und sich das Buch ziemlich zäh fließend zum Finale bewegt. Die Endprämisse war gar nicht mein Ding, weil es irgendwie zu erzwungen für meinen Geschmack wirkte und ich es mir anders gewünscht hätte.
Als Fazit: es ist ein solides Buch mit sagenhaften Elementen, relativ schwachen Figuren , aber es ist sehr gut um sich mal zurück zulegen und zu gruseln.

Autor:

Thomas Finn, geboren 1967 in Evanston/Chicago, studierte Volkswirtschaft und war nebenbei als Journalist und Autor für diverse deutsche Verlage und Magazine tätig, u.a. als Chefredakteur für das Magazin Nautilus. Seit 2001 arbeitet er als Roman-, Spiele- und Drehbuchautor. Er ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, u.a. mit der Segeberger Feder. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

Buchinfos:

Titel: Lost Souls
Autor: Finn, Thomas
Verlag: Droemer Knaur2018
Sprache: Deutsch
Format: Taschenbuch, 528 Seiten
ISBN-13: 978-3-4265-2176-2


© Cover und Biografie Droemer-Knaur Verlag / © Autorenfoto Florian Lacina