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Nachdem ich euch bereits hier etwas über unseren ersten Tag auf der Messe berichtet habe kommen wir nun zum Mittelpunkt dieses Tages, die Verleihung des SERAPH - Preises. Der SERAPH ist der deutsche Literaturpreis für Phantastik auf der Leipziger Buchmesse. Er wird nun seit 8 Jahren immer am Donnerstagabend auf der Buchmesse verliehen, im Anschluss findet dann der Phantastik Leseabend statt, auf diesem lesen sowohl die Preisträger als auch einige bekannte Fantasy Autoren. Zu den Preisträger dieses Jahr gehörten Kris Brynn als bestes Debüt mit ihrem Buch „The Selter – Zukunft ohne Hoffnung“, Birgit Jaeckel für „Das Erbe der Rauhnacht“ als bester Independent-Titel. Den Preis für das beste Buch gewann aber Bernhard Hennen für seinen Roman „Die Chroniken von Azuhr – Der Verfluchte“. Natürlich konnten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen zu twittern, dass wir ihm gratulieren und ihn kurz vorher ja noch getroffen haben. Er selbst sagte während der Preisverleihung „Ich habe in 26 Jahren noch keinen Jurypreis gewonnen!“ Und wir freuen uns wirklich sehr für ihn und wussten, dass er nun am Abend mit bei der Phantastik Lesung im Werk 2 dabei seien wird. Die Freude auf den Abend stieg weiter.

Um besonders gute Plätze für Fotos zu bekommen, waren wir bereits sehr früh bei der Location und bekamen auch Plätze in der zweiten Reihe. Nach und nach trafen auch die Autoren ein. Es war eine tolle Stimmung, besonders da die Schriftsteller einfach mit vor der Bühne standen und man sie jeder Zeit ansprechen konnte. Auch der Großmeister der Fantasy Markus Heitz war mit dabei und wir nutzen die Gunst der Stunde mal kurz mit ihm zu reden und um uns ein Autogramm zu holen, natürlich mit Markus Heitz persönlicher Lieblingsbleistift. Auch Bernhard Henne traffen wir in der Location wieder und er strahlte über beide Ohren mit seinem Preis in der Hand. Logischerweise gratulierten wir ihm dort auch nochmal persönlich zu seinem Preis.Der Leseabend begann mit einer Begrüßung durch Oliver Graute und Natalja Schmidt und einigen einleitenden Worten zum Abend.

 

Der erste Lesebeitrag kam von Lena Kiefer aus ihrem Roman „Ophelia Scale - Die Welt wird brennen“. Die Handlung des Buches spielt sich im dystopischen England ab. In diesem wurde durch den Regenten die Benutzung verschiedenster Technologie verboten. Die mutige Heldin Ophilia schließt sich einer Widerstandsgruppe an und beginnt den Kampf gegen das Regime.

Der zweite Beitrag des Abends folgte dann von der ersten Preisträgerin, nämlich Birgit Jaeckel. Sie liest aus ihrem Buch „Das Erbe der Rauhnacht“. Das Buch ist ein Independent Titel, der sich um die Legenden der Wilden Jagd im 16. Jahrhundert und einen Knecht mit dem Namen Rupp dreht. Die Geschichte klang sehr spannend und auch ihre Erzählung, wie es zu diesem Roman kam, hat mich mitgerissen.

Danach folgte der erste Höhepunkt des Abends, Kai Meyer stellt seine Graphic Novel „Das Fleisch der Vielen“ vor. Dieser Comic basiert auf einer seiner Kurzgeschichte, die in Zusammenarbeit mit dem Sänger von ASP entstanden ist. Diese Erzählung spielt sich passend zum Ort um das Hotel Astoria in Leipzig ab. Die Szene, die er vorlas, behandelt die Schrecken die im Hotel Astoria lauern, die Haare die überall sind und den Umrissmann.

 

Die Autorin Monika Peetz saß während diese Events vor uns und auch sie haben wir ja bereits am Nachmittag auf der Messe getroffen.
Sie ließt als Nächstes aus ihrem Buch „Das Herz der Zeit“, aber bevor sie liest musste sie noch etwas zu dem Beitrag von Kai Meyer loswerden, den die Geschichte mit den Haaren hat sie anscheinen in dem Moment sehr beschäftigt. Dannach begann sie mit der Lesung aus ihrem Roman. Bei diesem Buch geht es um ein junges Mädchen namens Lena, die sich in der Familie ihrer Tante irgendwie fremd fühlt. Sie lebt bei ihrer Tante, da ihre Eltern früh gestorben sind. Eines Tages findet sie in den Sachen ihrer Eltern eine rätselhafte Uhr und trifft einen Jungen namens Dante. Ihre Reise beginnt. Ich mochte diese Lesung wirklich, da sie sehr humorvoll und unterhaltsam war.

Nach dieser Lesung ist eine kurze Pause, die wir nutzen um nochmal mit Autoren wie Kai Meyer und Liza Grimm ins Gespräch zukommen und eine Unterschrift zu ergattern. Für mich ist auch noch ein Foto mit Kai Meyer und Markus Heitz herausgekommen über das ich mich sehr freue.

 

Nach der Pause geht es mit Kris Brynn und „The Shelter - Zukunft ohne Hoffnung“ weiter. Noch ein Roman im Londons der nahen Zukunft. Eine Epidemie befällt die Stadt und deshalb wird um London herum eine Kuppel errichtet in den die Kranken geschafft werden. Der Protagonist Rick versucht an diesem Ort einfach nur sein Leben zu leben, doch dann werden sowohl er als auch seine Freundin unter die Kuppel gebracht doch dort ist nichts so, wie sie es dachten.

Als Nächstes betritt Maja Ilisch mit ihrem Buch „Das gefälschte Siegel: Die Neraval-Sage 1“ die Bühne und ließt ein Stück. Ihr Roman ist der Auftakt eines High-Fantasy Epos mit viele Figuren und Orten. Die Szene, die sie vorgelesen hat, beschreibt einen kleinen Jungen, der dazu auserkoren ist eine Schriftrolle zu beschützen, in der ein Dämon gefangen ist. Doch er hat diese noch nie gesehen. Er überzeugt einen steinernen Wächter, ihm diese zu zeigen doch es gibt Komplikationen und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

 

Als Vorletzter las Bernhard Henne aus seinem preisgekrönten Roman „Die Chroniken von Azur Der Verfluchte“. Ich habe diesen Roman bereits begonnen zu lesen und war wirklich begeistert. Auch hier handelt es sich um ein High-Fantasy Abenteuer, in der aber die Magie deutlich seltener zu finden ist, als man es von anderen Genreromanen kennt. Allerdings wird in dieser Geschichte das zur Realität an das die Menschen glauben. Eine sehr interessante Grundidee und eine definitive Leseempfehlung von mir.

Der Rausschmeißer war dann Markus Heitz mit seinem aktuellen Roman „Die dunklen Lande“. Dieses Buch habe ich vor wenigen Tagen begonnen und vertiefe mich nun immer weiter in die Welt, die Markus Heitz geschaffen hat. Dieser Roman ist eine historische Fantasyerzählung, in der Heitz sehr gelungen die Zeit des 30 jährigen Krieges mit vielen magischen Elementen mischt. Ich bin nun sehr gespannt, wie sich der Roman entwickeln wird.

 

Das war der Donnerstag und schon da war sehr viel los. Wir sind dann nur noch ins Bett gefallen in Erwartung auf den nächsten tollen Tag.

Lasst mich mit diesem Zitat beginnen
"Das ist historisch wertvolles Material, denn in diesen fünf Bänden wird der gesamte NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht dokumentiert. (...) Und schließlich zeigt diese Veröffentlichung einmal mehr, wie viele wichtige Fragen noch offen sind, wenn es um die Taten der NSU-Terroristen geht. Wie groß war der Unterstützerkreis wirklich? Wer gehörte noch zum NSU-Netzwerk?" ~ Bastian Wierzioch, mdr Kultur

Am 21.11.2018 um 20 Uhr fand im Rahmen des Literaturfestes in München eine Lesung aus "Der NSU-Prozess. Das Protokoll" statt. Ganz ehrlich ich war mir unsicher wie diese Veranstaltung werden wird, welches Publikum da sein wird und wie dieser schwere Stoff dargestellt werden kann. Und ich kann jetzt schon sagen, ich wurde von allem sehr positiv überrascht. Zuerst möchte ich aber noch meinen größten Respekt an die Autoren dieses Monumentalen und wichtigen zeigen. Ich finde ihre Arbeit sehr wichtig.

Inhalt:

Der Inhalt des Werkes ist eine wörtliche Mitschrift des NSU Prozesses in München mit all seinen Wendungen und Aussagen. Ich finde, der Klappentext formuliert dies sehr passend:

Am 6. Mai 2013 beginnt in München der größte Strafprozess in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Am 11. Juli 2018 wird das Urteil gesprochen. Eine Frau und vier Männer werden beschuldigt, die Terrororganisation NSU gegründet oder unterstützt zu haben – eine rechtsradikale Gruppe, die zehn Menschen ermordet, drei Sprengstoffanschläge verübt einen Brandstiftung und 15 Raubüberfälle begangen haben soll. Das Verfahren wird mehr als fünf Jahre dauern, mehr als 600 Zeugen und Sachverständige kommen zu Wort, über 60 Anwälte vertreten die fünf Angeklagten und 93 Nebenkläger an 437 Prozesstagen.

Annette Ramelsberger, Tanjev Schultz und Rainer Stadler gehören zu den wenigen Journalisten, die Zutritt zum Gerichtssaal hatten und die Verhandlung vom ersten Tag an lückenlos verfolgt haben. Aus ihren täglichen Mitschriften ist ein umfangreiches Protokoll entstanden, das in diesen fünf Büchern dokumentiert wird: Ein Stück deutscher Geschichte.

Es handelt sich um Originaltöne aus der Verhandlung, die gekürzt, aber sonst unverändert wiedergegeben werden. Durch die Stimmen des Richters, der Zeugen, der Sachverständigen, der Anwälte und der Angeklagten entsteht ein Gesamtbild von zehn Jahren Terror, dem nicht endenden Schmerz der Opfer, dem eiskalten Vorgehen der Täter, dem Dilettantismus der Ermittler und der schwierigen Suche nach der Wahrheit, die doch so offensichtlich zu sein scheint.

Meinung:

Nun zu meiner Erfahrungen, während der Lesung, ich hatte Gänsehaut. Ich war bereits durch mein einjähriges Jura Studium in ein paar Gerichtssälen und konnte die Atmosphäre genau fühlen. Ich war schockiert, was wirklich in diesem Gerichtssaal passiert ist und konnte an manchen Stellen nicht glauben, dass dies die Realität und keine Fiktion ist. Durch die sprachliche Darstellung von Marion Niederländer und Thorsten Krohn war man gefesselt und einige Lacher gingen durch das Publikum, doch nicht etwa, weil es so lustig war, sondern weil Entsetzen und Unverständnis zusammen kam. Es war unfreiwillig komisch. Die Lesenden waren von der Stimme und der Ausdrucksweise wirklich gut gewählt und haben mich sehr beeindruckt.

Nach der Lesung gab es noch eine kleine Interviewrunde mit Annette Ramelsberger und Rainer Stadler. In dieser wurden noch einige Fragen des Publikums beantwortet und der Prozess hinter dem Werk in den Mittelpunkt gerutscht. Ich empfand es als faszinierend wie viel Arbeit hinter diesem Werk steckt und wie zeitaufwändig die Arbeit in diesen fünf Jahren war. Nochmals den allergrößten Respekt und meinen Dank.

Autor:

Annette Ramelsberger
Annette Ramelsberger, Gerichtsreporterin der Süddeutschen Zeitung, hat die Deutsche Journalistenschule besucht und Jura, Politik und Journalistik studiert. Sie war Redakteurin des Spiegel und der Berliner Zeitung in München und Berlin und DDR-Korrespondentin der Nachrichtenagentur AP zur Zeit des Mauerfalls. Seit 1997 ist sie bei der Süddeutschen Zeitung als Ressortleiterin und politische Reporterin. In der Berliner Parlamentsredaktion war sie jahrelang die Expertin für politischen Extremismus und Terrorismus.

Tanjev Schultz
Tanjev Schultz, geb. 1974, ist Professor für Journalismus an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zuvor war er innenpolitischer Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Für seine journalistischen Arbeiten ist er mit etlichen Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Goethe-Medienpreis und dem Universitas-Preis für Wissenschaftsjournalismus. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht, unter anderem über Bildungspolitik und über die Plagiatsaffäre des Politikers Karl-Theodor zu Guttenberg.

Rainer Stadler
Rainer Stadler, geboren 1967, studierte Informatik und absolvierte die Journalistenschule in München. Er arbeitete als freier Journalist und Auslandskorrespondent (Los Angeles) und schrieb u.a. für die Süddeutsche Zeitung, den Focus und den Spiegel. Seit 2001 ist er Redakteur beim SZ-Magazin.

Wiebke Ramm
Wiebke Ramm, geboren 1976 in Hamburg, hat Psychologie in Berlin mit Schwerpunkt Rechtspsychologie am Institut für Forensische Psychiatrie der Charité studiert. Nach Diplom und Volontariat arbeitete sie mehrere Jahre als Redakteurin. Seit 2011 schreibt sie als freie Journalistin über bedeutsame Strafprozesse in ganz Deutschland. Über den NSU-Prozess berichtete sie unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, das SZMagazin und Spiegel Online.

Buchinfos:

Titel: Der NSU-Prozess. Das Protokoll
Autor: Ramelsberger, Annette ; Schultz, Tanjev ; Stadler, Rainer; Ramm, Wiebke
Verlag: Verlag Antje Kunstmann, 2018
Sprache: Deutsch
Format: Hardcover, 2000 Seiten
ISBN-13: 978-3-9561-4095-2


© Cover, Biografie, Klappentext und Autorenfoto Verlag Antje Kunstmann GmbH

Ich möchte euch heute kurz von einer Lesung im Rahmen der Münchner Bücherschau berichten, an der DieSchamanin und ich am Dienstag, 20.11.2018 im Gasteig München teilgenommen haben: Kroatisches Roulette von Miroslav Nemec.

Erfahren hatten wir von der Veranstaltung durch die Programminfo der Münchner Bücherschau. Uns als alten Tatort sowie Krimifans war sofort klar, da müssen wir hin! Die Lesung fand im Carl-Orff-Saal, einem Saal im Gasteig München, mit grob geschätzt etwa 300 interessierte Zuhörer statt. Nach einer kurzen Begrüßung durch einen Sprecher der Bücherwoche startete dann sofort die Lesung.

Vom Inhalt des Buches möchte ich hier noch nichts verraten, das hebe ich mir für die Rezension auf, nur soviel sei gesagt: Nemec hat mit kroatisches Roulette einen Kriminalroman mit sich selbst als Hauptperson gebaut. Er verwebt geschickt seine Herkunftsgeschichte sowie Kindheitserlebnisse in seiner Heimat Kroatien, mit Erlebnissen sowie seinen Erfahrungen als Tatortkomissar mit tatsächlichen Ereignissen und Vorkommnissen.

Abgerundet wurde die Lesung immer wieder mit kleinen Anekdoten und Geschichten aus seinem normalen Alltag. Im Anschluss an die Lesung signierte Nemec noch seinen Roman, wir hatten das Glück hier auch ein signiertes Exemplar seines Buches zu ergattern.

Autor:

Miroslav Nemec , geboren 1954 in Zagreb, kam mit zwölf Jahren nach Deutschland und ist Schauspieler und zugleich ausgebildeter Fachlehrer für Musik. Schon früh konnte er am Münchner Residenztheater schauspiel Erfahrung sammeln. Dem großen Publikum wurde er mit den Krimiserien Tatort, Derrick und Der Alte im öffentlichen Fernsehen bekannt. 2011 erhielt Nemec den Adolf-Grimme-Preis sowie den bayerischen Verdienstorden.

Buchinfos:

Titel: Kroatisches Roulette
Autor: Nemec, Miroslav
Verlag: Penguin Verlag, 2018
Sprache: Deutsch
Format: Hardcover, 288 Seiten
ISBN-13: 978-3-3286-0007-7


© Bilder @Schlaubibasti // Autoren-Bio Random House Verlag