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Heute stelle ich euch Lost Souls einen Horror-Thriller von Thomas Finn vor. Ich war zusammen mit Schlaubibasti auf der Lesung von Thomas Finn auf dem Elbenwaldfestival, dort hat uns beiden die Story angesprochen und wir haben kurzerhand beschlossen das Buch zukaufen.

Inhalt:

Jessika Raapke, eine Archäologin, zieht zusammen mit ihrer Adoptivtochter Leonie aus beruflichen gründen in die Nähe der Rattenfänger Stadt Hameln. Seltsame Ereignisse nehmen ihren Lauf und sie werden immer wieder mit der Rattenfängersage konfrontiert, so verhält sich Leonies Ratte als sie in das Rattenfänger Haus ziehen ganz seltsam und verschwindet. Auch Jessika stößt bei ihrer Arbeit in einer alten Kirche auf die Sage in Form eines Wandgemäldes und einer seltsamen Figur mit ihren eigenen Gesichtszügen. Doch das ist nicht das einzig merk würdige kurz, bevor Jessika eintrifft, ist dort bereits ein Mann gestorben; er wurde brutal von Ratten zerfleischt. Und es werden noch mehr Menschen sterben.

Meinung:

Zuerst ein paar Worte zu meinen Erwartungen an das Buch, ich hoffte auf einen spannenden, grusligen, düsteren Thriller, der sich mit der berühmten und interessanten Rattenfängersage beschäftigt. Ich mag das Grundkonzept sehr, diese märchenhaften beziehungsweise sagenhaften Elemente geben eine bestimmte Richtung vor.
Die Charaktere sind leider etwas eindimensional, da sie wenig Konflikte außerhalb der des Rattenpolts haben. Jessika wirkt manchmal etwas erzwungen, allerdings ist ihre verkopfte Art zusammen mit Peter Rattings praktischer Art, auf Grund der Verschiedenheit wieder faszinierend. Peter, der Kammerjäger, entwickelt sich während der Geschichte weiter und ist auch mein persönlicher Lieblingscharakter in diesem Buch, da er irgendwie neben diesen Plot steht und aus eigen Antrieb handelt. Nun zu Leonie, ein Teenager ist meist in solchen Geschichten schwierig und diesmal ist leider wieder so. Ich habe mich leider öfter gefragt, warum sie so für mich unlogisch handelt. Sie wirkte leider auf mich auch nicht sympatisch, weshalb es schwer ist tiefes Mitgefühl nach dem Tod ihrer Mutter für sie zu entwickeln und mit ihr zu leiden.
Ein großer Pluspunkt sind die ruhigen Szenen in denen auf den historischen Hintergrund der Sage und der Stadt sehr genau und anschaulich eingegangen wird. Sie sind in einem sehr angenehmen Tempo, um den Leser die Ausgangspunkte darzulegen auf denen aufgebaut wird. Allerdings waren mir die Actionszenen in manchen Punkten zu übertrieben bis auf die eine unter der Fabrik. In diesem Fall haben sie für mich so gehandelt, dass mir es flau im Magen wurde und es auch mal direkte für den Leser sichtbare Auswirkungen gab.
Besonder Probleme hat ich persönlich mit dem Buch aber erst nach dem ersten Höhepunkt, dort wurde für mich ein gutes Tempo erreicht und viel Spannung aufgebaut die dann sehr schnell nachlässt und sich das Buch ziemlich zäh fließend zum Finale bewegt. Die Endprämisse war gar nicht mein Ding, weil es irgendwie zu erzwungen für meinen Geschmack wirkte und ich es mir anders gewünscht hätte.
Als Fazit: es ist ein solides Buch mit sagenhaften Elementen, relativ schwachen Figuren , aber es ist sehr gut um sich mal zurück zulegen und zu gruseln.

Autor:

Thomas Finn, geboren 1967 in Evanston/Chicago, studierte Volkswirtschaft und war nebenbei als Journalist und Autor für diverse deutsche Verlage und Magazine tätig, u.a. als Chefredakteur für das Magazin Nautilus. Seit 2001 arbeitet er als Roman-, Spiele- und Drehbuchautor. Er ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, u.a. mit der Segeberger Feder. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

Buchinfos:

Autor: Finn, Thomas
Titel: Lost Souls
Verlag: Droemer-Knaur Verlag
Erscheinungsjahr: 2018
Sprache: German
Seitenzahl: 528
ISBN: 978-3-426-52176-2


© Cover und Biografie Droemer-Knaur Verlag / © Autorenfoto Florian Lacina

Heute stelle ich euch „STURM“, den neuen Dystopie-Thriller von Uwe Laub, erschienen 2018 im Heyne Verlag vor.

Inhalt:

International häufen sich unerklärliche Wetterphänomene. In Berlin fegt während eines Herta Spiels ein Tornado quer über das Olympiagelände Berlins und zerstört weite Teile des Stadions. In Sibirien setzt Tauwetter ein und lässt die Tundra mit ihrem jahrhunderte altem Permafrostboden auftauen. Als dann auch noch ein Tornado der Kategorie 6, sich der US-Ostküste nähert, kommt schnell der Verdacht auf, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Daniel Bender, Wetterexperte und ehemalige TV-Bekanntheit stellt recht schnell parallelen zu seinen Studien über Wettermanipulation fest. Schauplatzwechsel: Laura Wagner, Assistentin in einer Technologiefirma, erhält von ihrem Chef kurz vor seiner Ermordung einen USB-Stick mit mysteriösen Daten. Was weiß der US-Geheimdienst, und warum haben die Chinesen so großes Interesse an der Technologie der Firma für welche Laura arbeitet? Das Wetter verschlimmert sich rasant, Blizzards gehen über Deutschland nieder und Laura sitzt in ihrer Firma fest. Als dann plötzlich auch noch Lauras Sohn entführt wird, ist das Chaos komplett.

Meinung:

Großartig. Ein STURM ist ein Dystopie-Thriller ganz nach meinem Geschmack. Laub schafft hier ein Bedrohungsszenario, das beängstigend real erscheint. Detailreiche Beschreibungen, gerade des Tornados im Berliner Olympiastadions lassen den Leser noch intensiver eintauchen. Aber auch die Darstellung der anderen Wetterphänomene erscheint plausibel und erschreckend realistisch. Richtiggehend beklemmend habe ich schließlich die Szene empfunden, in welcher Laura alleine und verloren durch einen Blizzard stapft. Die Hauptfiguren empfinde ich glaubhaft beschrieben, etwas unrealistisch empfand ich lediglich die Darstellung der Kampfszenen im Showdown im STURM.

Ich persönlich hatte das Vergnügen Uwe Laub auf der Leipziger Buchmesse persönlich bei einem Interview/Lesung zu treffen. Von ihm selbst vorgelesen und anschließen im Interview noch angereichert hat es für mich das Leseerlebnis noch einmal verstärkt und vertieft. Abgerundet wurde das Treffen für mich dann auch noch mit einem Autogramm von ihm .

Autor:

Uwe Laub wurde 1971 in Rumänien geboren. Er war zwei Jahre alt, als seine Eltern mit ihm nach Deutschland zurückkehrten. Laub arbeitete zuerst mehrere Jahre im Pharma-Außendienst, seit 2010 führt er das Unternehmen eigenständig. Seine Liebe gilt dem Schreiben. Für den Wissenschafts-Thriller »Sturm« hat Uwe Laub jahrelang recherchiert.

Buchinfos:

Autor: Laub, Uwe
Titel: Sturm
Verlag: Heyne-Verlag
Sprache: German
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-453-41980-3


© Bilder by Randomhouse / Heyne / Sebastian Haeutle © Autorenprofil by Randomhouse / Heyne